Es empfiehlt sich immer etwas „Apple“ im Haus zu haben

Es empfiehlt sich immer etwas Apple im Haus zu habenDie meisten wissen ja, dass ich vom Apple-Hater zum Apple Fan-Boy mutiert bin. Ich arbeite im Büro noch mit einem PC und setze zuhause ausschließlich auf Apple Produkte. Viele Jahre PC-Erfahrungen und mittlerweile auch viele Jahre Mac-Erfahrung ermöglichen mir ein objektives Urteil zu fällen. Fakt: Am PC mit Windows als Betriebssystem ist man permanent irgendwelche Sachen am updaten, nachrüsten, umbauen oder reparieren. Backups sind meist nicht vorhanden oder zu umständlich in der Handhabung. Die meiste Hardware verweigert zuerst beharrlich ihren Dienst.
Das Apple Device schalte ich ein und nutze es. Treiber und Updates werden unbeaufsichtigt heruntergeladen und installiert. Seit 2008 habe ich aktiv weder ein Update oder ein Backup starten müssen. Platte dran, Backup startet, fertig. Seit acht Jahren habe ich diese Backups nie benötigt. Kein Datenverlust (außer ich habe in meiner Dusseligkeit etwas gelöscht). MacBook, iPhone, iPad alles läuft „out of the box“ und ist in wenigen Minuten eingerichtet.

Apple – Läuft einfach – Perfekt wie es ist

Auch bei den anderen Devices das gleiche Bild: Einschalten, funktioniert. Backups werden automatisch erstellt. Bei einem Devicewechsel iPad alt gegen neu ist man innerhalb weniger Minuten genau an der Stelle wo das alte Schätzchen war. Nicht eine SMS oder Notiz geht verloren. Irgendwie ein wenig langweilig. Keine INI-Bastelein oder Registry Patches (die keinen spürbaren nutzen haben). Keine sinnlosen Hardware-Upgrades die allenfalls eine messbare aber keine spürbare Verbesserung bringen. Einfach ein rundum funktionierendes System. Benötigt man Unterstützung kann man bequem einen Chat auf der Apple-Seite starten. Man kann zur Genius-Bar und auf die Reparatur warten. Bei welchem anderen Hersteller geht das? Ach, stimmt bei keinem! Unnötig zu erwähnen, dass der Besuch der Genius-Bar mehr als selten ist, oder? Ich gebe zu: 1x Tastatur- und 1x Akku wurden anstandslos ersetzt, obwohl es bei der Tastatur aus meiner Sicht auch ein neues Cap getan hätte. Über 8 Jahre und verteilt eine durchaus positive Bilanz.

Geschwindigkeit und Aktualität ist nicht alles – Apple: Hinterher und doch voraus

Es gibt Hardware die leistungsfähiger ist. Das ist unstrittig. Wenn man in den Pro-Bereich wechselt, werden auch bei Lenovo schnell 2000 Euro für ein adäquat ausgestattetes Notebook aufgerufen. Zugegeben, geile Geräte. Leider mit einem großen Handycap: Dem Betriebssystem. Windows 10 ist ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch immer noch meilenweit von OS X entfernt. Man hat einfach bei Apple das Gefühl, dass die tägliche Arbeit runder läuft. Mal eben aus 20 Dateien einen Ordner machen. 1 Klick! Mal eben 50 Dateien umbenennen. 1 Klick! Betriebssystem und Applikationsupdates laufen völlig unbeaufsichtigt ab. Keine endlosen Neustartorgien. Keine Treiberquerelen. Einfach arbeiten. Die neuen Tastaturen sind ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Der geringe Hub mit dem perfekten Anschlag vermittelt das Gefühl, doppelt so schnell zu schreiben. Trackpad aus Glas komplett ohne bewegliche Teile funktioniert (wie von Apple gewohnt) selbst über mehrere Jahre ohne seine Eigenschaften zu verändern.

Weniger ist manchmal mehr – AirPods

Backups beschränken sich auf Platte anschließen und fertig. Wechsel ich das Gerät oder kommt es wirklich zu Problemen (mir seit 2008 nicht mehr passiert), reicht es, die Platte anzuschließen und gewünschte Wiederherstellungsoption auszuwählen und nach kurzer Zeit geht es weiter. Ganz ohne Aktivierungsgefummel, ohne Bluescreens ohne Rechte Hickhack. Die Verzahnung der einzelnen Geräte (iPhone, iPad, Watch, Apple-TV und Gott weiß was) funktioniert perfekt. Features wie Handsoff und Continuity sind einfach da und erleichtern die Arbeit wo früher gar keine Erleichterung erwartet wurde. Doch wenn dieses Feature dann fehlt, fehlt es andauernd. Als bekennender „Sportsüchtiger“ bin ich seit Ewigkeiten mit GPS-Laufuhr unterwegs. Das iPhone als Trackinghardware war nie ein Thema. Zu groß, zu unhandlich, zu empfindlich. Die Apple Watch Serie 1 ohne GPS hat das ganze nicht besser gemacht. Sorry Apple, habt ihr da mal nachgedacht? NEIN, habt ihr nicht. Mit der Apple Watch Series 2 ist dieses Manko behoben. Tracking und Entertainment ohne Brustgurt. So wollte ich das. Als Lückenschluss noch die AirPods dazu. Perfekt. Nie hätte ich gedacht, dass mich ein fehlendes Kabel so begeistern könnte. Doch wer mit den AirPods ein knallhartes Freeletics Training inkl. Burpees und Handstand-Pushups absolviert hat, wird mir zustimmen. Nicht ein einziges mal muss man das Kabel wieder zurecht fummeln, den Brustgurt hochziehen oder die Ohrhörer wieder ins Ohr stecken. Keine Geräuschübertragung durch das Kabel trüben den Sport- und Hörgenuss.  Leider ist die Software gegenüber den Pulsuhren eher schlecht. Man kann halt nicht alles haben.

Besser trotz Schwächen – Das Apple Universum

Für die anderen Hersteller tut mir das ganze wirklich leid. Meine Fenix F3 wird verkauft, der Brustgurt natürlich auch. Der iPod darf ebenfalls in die elektronische Bucht. Mein Navigationsgerät ist schon lange weg. Ebenso mein Diktiergerät. Mit iPhone, Apple Watch und AirPods bin ich bestens ausgerüstet um alle Outdoor-Aktivitäten perfekt aufzeichnen zu können und mich dabei optimal mit Musik berieseln zu lassen. Mein Wecker und mein Radio sind ebenfalls arbeitslos. Zugegebener Maßen sind die AirPods sehr teuer und leisten dafür klanglich nicht viel. Aber wer über 35 ist, wird wahrscheinlich halbtaub sein und die feinen Nuancen im Klang nicht mehr wahrnehmen. Die Funktionalität ist überragend. Der Tragekomfort ebenfalls. Die Geräuschisolierung ist im Vergleich zu einem In-Ear-Kopfhörer zu gering. Im Flugzeug wird ein ungestörtes hören schwierig. In diesem Fall greife ich weiter auf meinen guten, alten Sennheiser CX300II zurück. 30 dB Schallabschirmung und mächtige Bässe sind auf Langstreckenflügen wohl die bessere Wahl. Zusätzlich könnte es mit den AirPods schwierig werden 4,5 Stunden Flug NonStop zu überbrücken. Wenigstens einmal müssen sie zum Nachtanken ins Case. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Apple Produktpalette macht den Konsum von Informationen und Unterhaltung so einfach, dass es zur echten Sucht wird. Hier die nötige Zurückhaltung zu wahren, gelegentlich etwas zu produzieren anstelle zu konsumieren, kostet echte Überwindung. Aber manchmal schafft man das…

Über Michael Kozlowski

Vom ZX-81 über Amiga und PC zum Apple und dann im Netz hängen geblieben. Von BTX über Z-Netz zum „Internetz“ kürzer kann man es nicht zusammen fassen.

Dieser Beitrag wurde unter Erlebnisse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.